Voller Saal bei Diskussionsveranstaltung des jungen DBSH zum kirchlichen Arbeitsrecht

Gestern fanden sich 115 Zuhörer*innen um 17 Uhr zur Podiumsdiskussion „ ACK-Klausel: Sicherstellung christlicher Werte oder Diskriminierung bei der Arbeitsplatzsuche?“ in der Evangelischen Hochschule in Freiburg ein. Organisiert vom jungen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) wurde unter den vier Podiumsteilnehmer*innen insgesamt zwei Stunden lang rege diskutiert. Ziel der Veranstaltung war es, Interessierte über die aktuelle Situation und Entwicklungen im kirchlichen Arbeitsmarkt zu informieren, um dann gemeinsam mit dem Publikum in den Austausch zu kommen.

Volles Haus an der EH Freiburg

Kompetente und renommierte Redner*innen brachten sich mit unterschiedlichen Standpunkten und Zugängen zum Thema kirchliches Arbeitsrecht ein. Corinna Gekeler, Autorin der kirchenkritischen Studie „Loyal Dienen“, Urs Keller Oberkirchenrat und Vorstandsvorsitzender der Diakonie, Michael Schubert als Fachanwalt für Arbeitsrecht und Prof. Dr. Elisabeth Hartlieb, Landeskirchliche Beauftragte für das christlich- islamische Gespräch diskutierten, ob die aktuelle Einstellungspraxis kirchlicher Träger zur Diskriminierung von Nicht-Christ*innen führt. Geführt von Moderatorin Prof. Dr. Geissler-Frank konnten die Vor- und Nachteile der autonomen kirchlichen Struktur zusammengetragen werden.

Kontroverse Diskussionen auf dem Podium

Im Zentrum stand hierbei die ACK-Klausel, womit gemeint ist, dass kirchliche Arbeitgeber die Zugehörigkeit eines/einer Bewerber*in zu einer christlichen Kirche, als Einstellungskriterium geltend machen können. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch die Zukunft der Diakonie und wie diese in Zeiten des Fachkräftemangels und des sinkenden Anteils christlich getaufter Menschen noch genügend qualifizierte christliche Bewerber*innen findet. Besonders Teilnehmende im Publikum interessierte die Frage,  inwiefern das formale Kriterium der Kirchenzugehörigkeit etwas über die persönliche Wertehaltung einer Person aussagt.

Vor allem durch das EuGH-Urteil vom 17.04.2018 bekam die Diskussion einen aktuellen Bezug. Dieses Urteil könnte die Auswirkung haben, dass Tätigkeitsfelder, für welche die Religionszugehörigkeit Voraussetzung sein darf, weiter eingeschränkt werden.

Kontakt und mehr Informationen gibt es bei:

Mia Unverzagt

jungerdbsh.freiburg@outlook.de

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